Sep 2
Diagnose: Stau
icon1 alexandra | icon2 Articole | icon4 09 2nd, 2011| icon3No Comments »

Sonderpreis, DAAD Literaturwettbewerb May 2008.

Mir träumt es, wie gewöhnlich, dass ich zu Hause bin in meiner kleinen Stadt an der Kockel. Es ist ein heller Frühlingstag und ich will ins Freie. Ich schaue zum Fenster hinaus und sehe die Tannen, den blauen Himmel und kleine weisse Wolken, die, vom Wind getrieben, vor meinen Augen rasen. Wo aber die Tür sein sollte, steht jetzt ein Spiegel. Nichts wundert mich wirklich im Traum, aber ich muss doch bemerken, dass ich mein Ebenbild nicht erkennen kann. Ich weiss genau wie ich aussehen muss. Ich trage meine ewigen Jeans und einen schwarzen T-shirt, mein schwarzes Haar steht wie üblich ungekämmt auf meine Schultern und meine kleinen Hände ruhen in den weiten Taschen meiner Jeans. Der Spiegel muss kaputt sein, denn anstelle des beschriebenen Bildes sehe ich nur ein stilles, dunkles Wasser. Es sieht tief aus. Mit dem Finger an den Spiegel anzuklopfen hilft mir auch nicht weiter, das Wasser geht nicht weg und die alte Tür ist nirgends zu finden. Ich will raus, aber das Wasser fesselt mich. Da denke ich mir ”über Nacht ist das Wasser hier wunderbarer Weise nicht gewachsen, es muss daher irgendwo ein Stau entstanden sein, dass es nicht abfliessen kann ”.

Der nächste Morgen. Es ist zwar Frühling, aber mein Zimmer hat eine Tür und ich muss schnell durch, sonst verspäte ich mich zur Arbeit. Mit Anzug und Stiefeln angezogen und die Laptoptasche in der Hand stapfe ich durch den Verkehr der Großstadt, die mich beherbergt. Die Jeans und die entzückende Kleinstadt bleiben zurück im Traum und nichts in meiner Umgebung ist ihr ähnlich. Im Verkehr finde ich wieder den Stau als Leitmotiv. Um mich höre ich Hupen und Gebrüll. Ich kann nicht tief einatmen, denn die Luft ist ein erstickender Dreck. Es fühlt sich jeden Morgen wie ein Ertrinken an. Da denke ich mir „irgendwo hat jemand eine falsche Entscheidung getroffen, da ich hier im Stau sitze und nicht weiss was ich soll.”

Nun zurück zum Traum. Nicht dass ich an Traumdeutung glauben würde, aber das totstille Wasser hat was zu sagen über die Vitalität und die Lebensfreude, die mich in letzter Zeit charakterisiert (eher gesagt nicht charakterisiert).  Nicht dass ich was von Traumdeutung wüsste, aber mich erinnerts an meiner Oma, die immer aus solchen Sachen ausschliessend wusste, wie mein Tag laufen würde. Wenn man Katzen träumt, wird man mit jemandem streiten, wenn man badet oder an einem Wasser ist, dann heisst es Glück und Wohlhaben, aber nur wenn das Wasser klar ist. Ist das Wasser dunkel und still wie in einem Stau, dann heisst es Krankheit. Da denke ich mir „erkranken werde ich, falls ich den Korken nicht finde, der das Wasser im Stau hält wie den Wein in die Flasche”.

Es kann die Rede sein über die Entscheidung, die jemand getroffen hat, voreilig im Verkehr zu bremsen, und wegen dieser Überreaktion ist ein sogenannter „Stau aus dem Nichts” entstanden. Laut dem Nagel-Streckenberg-Modell ist der Verursacher des Staus nicht davon betroffen sondern nur die Fahrer, die eine ganze Strecke hinter ihm sind. Als Schlussfolgerung: man sitzt nie im eigenen Stau sondern immer in dem eines anderen, also niemand, der im Stau sitzt, hat die Schuld dafür zu tragen. Es hat keinen Sinn zu fluchen. Da denke ich mir „was hat diese Chaostheorie zu bedeuten ?”

Auf meinem Stirn tauchen feine Linien der Unzufriedenheit auf. So ein Zeitverlust dieser Stau. Das Leben lebt mich und nicht umgekehrt, mein ganzes Leben scheint in einem Stau geraten zu sein. Heute will ich diese Stadt nicht, und sie scheint mich auch nicht zu wollen, denn sie macht alles was sie kann, um mich daran zu hindern mein Ziel zu erreichen. Nun bin ich wirklich nicht schuld dafür, dass mein Leben in einem Stau festsitzt ? Wahrscheinlich bin ich es doch. Etwas habe ich irgendwo falsch gemacht. Sind es immer andere, die mich zwingen Sachen zu tun ? Am liebsten tue ich doch nur das was ich will. Bin ich schwach ? Vielleicht, weil ich es mag mich gezwungen zu fühlen.

Nun eine Zusammenfassung:

Was ich träume ist das Produkt meines Alltags und der Sachen, die um mich stattfinden. Probleme, die am Tag keine Lösung haben, werden nachts ein tiefes Wasser im Stau, dass meinen Weg bremst. Im Wasser kann man ertrinken. Nachts ersticke ich im Wasser, denn tagsüber habe ich keine frische Luft zum einatmen und muss im Verkehrsstau zergehen. Langsam bin ich trüb geworden und war zu beschäftigt um es zu bemerken.

Stört mich der Stau, so kann ich gehen oder fliegen. Am besten laufe ich davon in einem Land mit wenigeren Bewohnern, in einem Hügelland mit dicken, unbewohnten Wäldern und mit Leuten, die es nie eilig haben. Wenn das nicht geht, dann kann ich mich verkriechen in meinem Bett, einem Wurmloch oder am besten in dem Bau eines Kaninchens. Dort kann ich vielleicht ein Wunderland finden, in dem es nicht nötig ist erwachsen und verantwortlich zu sein. Ich könnte ein neues Land entdecken, wo die Zeit mal langsam, mall schnell vorbeiläuft, und die manchmal mit leckeren Kuchen überzeugt werden kann still zu stehen.

Wenn ich zu müde werde ich zu sein, dann kann ich Wasser werden und langsam ins Ozean fliessen. Es würde keine Rolle spielen, wenn ich Wasser im Stau wäre. Den Korken zieht man, und man trinkt den süßen Wein . Wasser ist stark, und es findet immer einen Weg zu zerrinnen . Wasser hat keine Form und kein Zuhause, und mit der Zeit wird es den Stau zerstören, und nach eigenem Willen wegfliessen. Es gäbe dann keinen Stau mehr, und ich wäre ein freies, blaues Wasser. Dann könnte ich auf und abwärts der Hügel fliessen, aber auch auf und abwärts der Zeit. Das hört sich gut an. Ich glaube ich würde am liebsten zurück zu meiner Quelle fliessen, zurück ins Gebirge, und würde dort in den Boden gesickert bleiben.

Sep 25

`Ein sinn und gedankenvolles Abschreiben ist in der Tat eine ebenso intense und zeitvertreibende Beschäftigung wie das Niederlegen eigener Gedanken.` (Doktor Faustus S.341)

Liese wurde nicht beim abschreiben erwischt.
Liese ist 14 Jahre alt und eine durchschnittliche, mittelhohe, grünäugige Schülerin des deutschen Gymnasiums `Joseph Haltrich` aus Schässburg. In diesem Alter ist das Lernen schon uncool geworden. Die Mädchen in ihrer Klasse haben Boyfriends, die ihnen Cola und Eis kaufen und mit denen sie am Freitag Abend, in kurzen Röcken gekleidet, in die Babydisco gehen. Eigentlich mag sie den Christian aus ihrer Klasse ganz gut, aber mit ihm ausgehen das kann sie sich nicht richtig vorstellen. Ausserdem kann sie uberhaupt keine kurzen Röcklein tragen wie die anderen, weil ihre Beine etwas zu dick sind und sie etwas plump darin aussehen würde. Lieber besucht sie regelmässig die Oma, wo sie stundenlang, im Hof, auf der grünen Bank sitzen kann und Bücher lesen, die für ihr Alter etwas kompliziert sind.

Nun , das ist die Sache mit Liese. Da sie ein uncooler Lesewurm ist könnte sie unmöglich in Erdkunde abschreiben , wie es die meisten Kollegen schon ganz geschickt machen. Liese wurde nicht beim Abschreiben erwischt einfach weil sie nie abgeschrieben hat und nie abschreiben wird. Man hat vergebens versucht sie zu überreden, dass die Tatsache dass die Donau im Schwarzwald entspringt nun keine Neuigkeit ist unde es ist völlig in Ordnung etwas derartiges abzuschreiben.

Das haben bis vor kurzem alle von Liese gehalten, aber warten wir es ab wie die Geschichte weiter geht.

Eines Tages erhalten Lieses Eltern einen Brief aus de Schule. Darin den Aufsatz den Liese in Deutsch geschrieben hatte mit einem roten Stempel darauf: `Abgeschrieben`. Mutter lacht. Sie kann sich nicht vorstellen wie man überhaupt auf der Idee kommen kann einen Aufsatz abzuschreiben. Auf der Arbeit hat auch der Lehrer etwas hingekritzelt.

Dieser behauptet empört dass Liese offensichtlich Thomas Mann und Goethes Faust gelesen hatte und der Aufsatz sei stark von diesen etwas zu komplizierten Lektüren für ein 14 jähriges Kind geprägt. Er hätte ja nichts dagegen dass das Kind liest, aber man sollte trotzdem versuchen ein wenig Abstand von dem Gelesenen zu nehmen und eine eigene Idee, auch wenn sie etwas kindisch erscheint im Vergleich zu dem Gelesenen, auf dem Blatt zu bringen. Ausserdem hatte ein anderes Kind aus der Klasse ein ähnliches Werk zustande gebracht, in einem nicht so gewählten Deutsch, aber das Leitmotiv des Aufsatzes war derselbe.

Die Hauptidee Lieses Arbeit war folgende:
Sie schreibt aus dem Gesichtspunkt einer erwachsene Frau, die allein eine Wohnung in Leipzig hat. Diese führt ein sehr einsames Leben, ist ständig in Lektüren vertieft und in der Nacht reist sie durch Raum und Zeit, in den All und ihr werden alle Geheimnisse des Universums offenbart. Dieses wird von ihrem düsteren, stillen Begleiter ermöglicht, der sie dann jeden Morgen zurück in ihrem Bett bringt, als sei nichts geschehen. (Es könnte der Herr `dicis et non facis` sein?) Ziel der Fahrten ist Inspiration zu sammeln für ein Werk, dass niemand zuvor komponiert hat. Da wird nichts genaueres gesagt, ob das ein Musikstück oder ein literarisches Werk in vier Bänden sein soll. Da schreibt sie auch sie hätte genug von der kindischen Alchemie und möchte endlich die Wahrheit erfahren, und ein echtes Typ Gold durch ihr Werk schaffen. Der Teufelspackt wird nicht sehr genau erläutert. Der nächtliche Begleiter scheint alles kostenlos zu machen als ob es ein Geliebter wäre, der seinem Schatz die Sterne zeigt.

Wie man sehen kann hat der Lehrer die Sachen etwas übertrieben. Die Ähnlichkeit mit dem Faust Stoff wäre gar nicht einmal so augenkratzend gewese wenn Liese in den letzten zwei Wochen nicht ständig beim Lesen von Doktor Faustus wärend der Schulzeit ertappt worden wäre. Diese Sache hat besonders den Deutschlehrer wahnsinnig gemacht, denn er würde auch lieber Thomas Mann und Goethe unterrichten als den Stoff für die siebte Klasse. Ausserdem gibt sich dieser auch recht viel Mühe seine Schüler nicht zum Tode zu langweilen. Da er die Aufmerksamkeit einer aufgeweckten jungen Dame wie Liese verloren hat, war er nicht sehr erfreut darüber und hat es als persönlichen Misserfolg genommen.

Nun zur Erklährung des Aufsatzes und somit der ganzen Geschichte:

Da der Aufsatz zum Thema `Was ich einmal weden will` sein sollte, passte das prächtig zu der Zukunft die Liese sich erträumt hatte und über der sie neulich mit Paula geplaudert hatte. Sie möchte nach Leipzig, weil ihr Onkel dort wohnt, und weil sie sich dort stets wohl fühlt bei ihm. Ein dem Studium gewidmetes Leben will sie auf jeden Fall haben, womöglich Literatur unterrichten im Lyzeum oder sogar auf der Universität. Seit einigen Monaten hat sie auch angefangen kurze Prosastücke statt ihres langweiligen Tagebuchs zu schreiben. Noch will sie diese keiner Menschenseele zeigen, denn sie ahnt wie kindisch und stillos sie sind. Aber nachdem sie einen Artikel in Mutters Zeitschrift über Alchemie gelesen hat, glaubt sie dass es noch Hoffnung für sie gibt. Sie will ihre schreibweise durch Feuer und Flamme bringen, damit sie schneller reift und einen persönlichen, einmaligen Glanz erwirbt… wie Gold.

Nun zu dem nächtlichen Begleiter. Wie jedes Mädchen träumt sie von einer Liebe, die sie schweben lässt und dem Universum einen Sinn gibt. Es sollte ein geheimnissvoller Typ sein, der viel mehr als sie weiss, und der ihre Inspiration sein soll.
Den Doktor Faustus hat sie in der Tat etwas zu viel gemocht. Von diesem hat sie die Idee des Grandiösen, die monumentale Grösse ihres zukünftigen Werkes.

Ausserdem hat sie ihrer Freundin Paula ganz begeistert darüber erzählt über den Teufelspackt hier, und seitdem träumt diese jede Nacht dass sie der Täufel hole kommt. Natürlich hat sie auch ein wenig darüber in ihrem Aufsatz geschrieben und somit konnte der Lehrer behaupten sie benutze denselben Leitmotiv wie Liese.

Der Fall ist klar jetzt.
Nutzlos zu sagen, dass mir die erwähnte Lektüre auch ziemlich am Herz gewachsen ist…

(Sommer 2007)

Sep 5

Import serie date, analiza rudimentara si model OLS  in Eviews…

Have fun !

Ian 11
Autorizatie de traducator
icon1 alexandra | icon2 Articole | icon4 01 11th, 2009| icon3No Comments »

Pentru absolventi ai liceelor germane.

Acte necesare, unde cum si de ce aflati aici. Postul e din 2007, dar lucrurile stau tot asa.

Oct 14
Eu unde ma angajez si de ce
icon1 alexandra | icon2 Articole | icon4 10 14th, 2008| icon3No Comments »

Mi-a placut ideea :

<Cei mai multi care ajung obsedati de cariera si de realizarea profesionala isi inchipuie ca asta e alegerea lor, ca si-au dat seama ca “sunt facuti pentru asta”, si par sa nu aiba niciun dubiu in aceasta privinta. De fapt, sa te “agati” de cariera e lucrul cel mai simplu dintre toate, pentru ca e si cel mai la indemana si primesti indemnuri sociale din toate directiile. Intr-adevar, nu e deloc usor sa rezisti “tentatiei”.>

George Butunoi, unul dintre primii romanii care a intrat in businessul recrutarilor.

Citeste alte Zarticole misto pe ZDAF.

Mai 26
Management comparat
icon1 alexandra | icon2 Articole | icon4 05 26th, 2008| icon33 Comments »

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Profesorul olandez Geert Hofstede demonstreaza pe baza a cinci indicatori ca multiculturalitatea este o porcarie ce poate insemna cateodata un dezastru pentru businessul international.

Pe o scala de la 0-100 diagnosticul pentru Romania suna in felul urmator :

Datele de mai jos nu au, bineinteles, nici o valoare intrinseca, ele trebuie prezentate in comparatie cu alta tara. Sa zicem tot una balcanica, Bulgaria, pentru care rezultatele sunt  similare.

90 puncte pentru indicatorul distanta fata de putere, adica in managementul mioritic ierarhia semnifica o inegalitate existentiala, puterea este la cei putini din varful organizatiei, iar sistemul este rareori supus criticii aceastea adresandu-se mai degraba unori tapi ispasitori.

30 de puncte pentru individualism (vs colectivism). Acest punctaj creste pe masura ce se apropie coasta Atlanticului.

42 de puncte pentru masculinitate (vs feminitate). O valoare destul de mica avand in vedere ca barbatii predomina in functiile de conducere. Pe de alta parte filosofii de genul ‘traiesc pentru a munci’ nu par a ne fi contagiat inca. Iar performanta la locul de munca ne procupa mult mai putin chiar si decat pe unguri sau pe oricare alta tara vecina.

90 de puncte insemnand un grad mare de evitare a incertitudinii. Din acest punct de vedere suntem suspiciosi la nou, la alte pareri, la tineret si suntem nationalisti.

0 puncte pentru orientarea pe termen lung si planificare businessului. Acest indicator are valori reduse pentru majoritatea tarilor europene.

Aceste studii sunt viciate datorita felului in care este definita cultura. Definita lui GH spune ca aceasta este o programare mentala colectiva pe care o acceptam alaturi de grupul din care facem parte, dar nu si alaturi de alte grupuri. Si este doar una din multele definitii pe baza carora s-a lucrat din anii 60 pana acum. Pe de alta parte ramane deschisa discutia daca doua culturi se pot cu adevarat compara si daca rezultatul comparatiei nu este cumva la fel de relevant ca adunarea merelor cu perelor.

Graficul provine din : Sursa